Cargohalle Flugplatz Hahn
Der Arbeitstitel ist nüchtern, das Vorhaben hingegen bahnbrechend: Projekt "501 c" bezeichnet die Errichtung eines Luftfracht-Umschlagzentrums im Air Industrial Park Hahn und dessen Nutzung durch die Air France. Bauherr ist die Holding Unternehmen Hahn, die über zehn Millionen DM in die Maßnahme investierte. Die französische Mieterin will ihre Deutschland-Fracht künftig zentral über den Flughafen Hahn umschlagen und von dort aus im sogenannten Luftfracht-Ersatzverkehr ihr weitverzweigtes internationales Netzwerk bedienen. "Diese Entscheidung verleiht der Entwicklung des Flughafens und des gesamten Standorts eine neue und zukunftsweisende Dimension" , sagt Frank Wagner Geschäftsführer der Holding Unternehmen Hahn. Terminlich ehrgeizig war allein schon die Bauplanung des Projektes. Die ersten Abbrucharbeiten begannen im Januar dieses Jahres. Insgesamt 10. 000 Tonnen Beton und 600 Tonnen Mauerwerk mußten entfernt werden. Die Abbruchmaterialien durchlaufen vor Ort ein Recycling und sind größtenteils wiederverwertbar. Mitte Februar startete die eigentliche Baumaßnahme, bereits Anfang Mai war Richtfest. Fertiggestellt wurde das Zentrum zum 30 Juni, und bereits zwei Tage später fand die offizielle Eröffnungsveranstaltung statt. Das professionelle Bau
Management lag in den Händen von Wayss & Freytag, dem Hauptgesellschafter der Holding Unternehmen Hahn. Die straffe Zeitplanung sowie Kostenaspekte waren im Vorfeld ausschlaggebende Kriterien für den Zuschlag der Air France. Für den Air Industrial Park Hahn sprachen darüber hinaus die guten Standort-Bedingungen, die zentrale Lage in Europa mit günstigen Verkehrsanbindungen, räumliche Erweiterungsmöglichkeiten sowie die Option auf einen Flugbetrieb rund um die Uhr. Dies sind wichtige Voraussetzungen für die Airline aus Frankreich, die ihr deutsches Frachtgeschäft intensivieren und optimieren will: mehr Auslastung der verfügbaren Kapazitäten, schnellerer Transport über den zentralen Umschlagplatz Hahn, wo alle Fäden zusammenlaufen.
Die Luftfracht deutscher Herkunft wird zunächst im Hunsrück gesammelt, dort logistisch effizient zusammengestellt, per LKW nach Paris transportiert und dann per Flugzeug an nahe und ferne Ziele weitergeschickt. 60.000Tonnen Fracht sollen es im Jahr sein. Bis zu zehn Prozent dieses Volumens könnten laut Rahmenvereinbarung geflogen werden. Dies wäre ein Riesensprung für den "Hub" Hahn, auf dem 1996 rund 1.300 Tonnen Luftfracht umgeschlagen wurden.
Diesen anspruchsvollen Aufgaben mußte die Auslegung der Luftfrachthalle entsprechen. Sie hat eine Grundfläche von 6.000 Quadratmetern.
Die 26 cm starke Bodenplatte wurde in Beton B 45 nach einer von der Concrete Industrial Floors Industriebodentechnik GmbH in Zusammenarbeit mitWayss & Freytag und der FirmaTH-Beton entwickelten Rezeptur ausgeführt. Sie ist innerhalb der bewehrten Plattenränder ansonsten unbewehrt. Alle Preß-und Scheinfugen wurden im Abstand von 50 cm mit 25 mm starken, kunststoffbeschichteten Stahldübeln verdübelt. Die Oberfläche der Bodenplatte wurde mit Hartstoff, Schleifverschleiß 3,5 cm3/ 50 cm2 vor rollendem, stoßendem und schlagendem Verschleiß geschützt. Die gesamte Fläche wurde mit EpoxidharzFrühimprägnierung zusätzlich vergütet. Die Betonfläche des Außenbereichs (Stichpier) ist aus LP-Beton B 45 frosttausalzbeständig gefertigt. Die Ebenheit der Fläche richtet sich nach DIN 18.202,Tabelle3, Zeile 3.
Weitere Eckdaten : Stahlkonstruktion mit Wärmedämmung, insgesamt 20 Tore, 13 Überladebrücken für die Fracht-Lkw drei "Truckdocks", ein Stichpier zum seitlichen Beund Entladen, eine Batterie-Ladestation sowie Sonderräume.